Zum Hauptinhalt springen

Pionierin im Smart Business Park am Limberg

Wie Karola Naubereit mit „Kraut & Rüben“ für Osnabrücks Kinder kocht

22.10.2026

Vom kleinen Bio-Gemüseladen in der Wüste zur Großküche am Limberg: Karola Naubereit hat in Osnabrück bereits eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben. Mit ihrem Betrieb „Kraut & Rüben“ versorgt sie täglich Hunderte Kinder in Kitas, Schulen und Horten mit frischem, warmem Mittagessen. Jetzt startet sie am Limberg noch einmal neu durch.

Eine lächelnde Frau mit Kopftuch steht in der Großküche neben einem Tablettwagen.

Karola Naubereit sitzt im hellen Aufenthaltsraum von „Kraut & Rüben“. Immer wieder kommt jemand herein, um sich einen frischen Kaffee oder ein Stück Kuchen zu holen. Das tiefe Summen einer Bohrmaschine dringt durch die Wand, denn im Nebenraum entsteht gerade das neue Kühlhaus. Das Unternehmen befindet sich mitten im Umzug – erstmals in die ganz eigenen vier Wände, einen maßgeschneiderten Neubau auf dem neu erworbenen Grundstück am Osnabrücker Limberg. Und gleichzeitig läuft in der Küche schon der Betrieb.

2.500 Portionen entstehen täglich hinter den Küchentüren bei „Kraut & Rüben“. Mindestens drei verschiedene Gerichte kocht das Team von Karola für die Kinder in Osnabrück. Qualität steht dabei an erster Stelle: Wenn möglich, setzt die Gründerin auf Bio-Zutaten. Gleichzeitig bleibt sie pragmatisch, denn am Ende muss es den Kindern schmecken. Und: „Es muss bezahlbar bleiben“, sagt sie. Sie denkt dabei vor allem an größere Familien und solche mit geringem Einkommen. Da diskutiert sie auch schon einmal mit ihrem Sohn Roman, der Betriebswirt ist und bei „Kraut & Rüben“ die Finanzen verantwortet. Im Endeffekt finden sie immer gemeinsam eine Lösung.

Eine Mitarbeiterin in Küchenkleidung trocknet sich nach dem Händewaschen neben einem Handtuchspender die Hände ab.
Küchenmitarbeiterinnen in weißer Arbeitskleidung arbeiten lächelnd in einer Großküche.

Von der Schneiderin zur Geschäftsführerin

Eigentlich ist Karola gelernte Schneiderin, später war sie dann Hauswirtschafterin, aber der Bezug zu Lebensmitteln und guten Zutaten begleitete sie schon ihr ganzes Leben. Aufgewachsen als Älteste von fünf Geschwistern in Bramsche, übernahm sie schon früh Verantwortung in Haushalt und Küche. Ihre Mutter war Bäuerin mit einem riesigen Nutzgarten, ihr Vater Hofschlachter. Dadurch lernte sie von klein auf die Wertschätzung für frische Nahrungsmittel sowie einen bewussten Umgang mit Fleisch und Tieren. 

Als ihr eigener Sohn klein war, begann sie schließlich für Kindertagesstätten zu kochen. Die geregelten Arbeitszeiten in der Kita-Verpflegung passten perfekt zum Alltag als Mutter – und legten den Grundstein für ihre spätere Leidenschaft. Die Selbstständigkeit kam erst später und aus reinem Bauchgefühl. Nachdem sie bereits vom Landkreis in die Stadt Osnabrück gezogen war, verliebte sie sich in ein leerstehendes Ladengeschäft im Stadtteil Wüste. „Ich fand den Laden so schön, den wollte ich haben“, sagt sie. Also überlegte sie, wie sie den Laden mit Leben füllen könnte, und eröffnete zunächst einen kleinen Bio-Gemüseladen. Dann folgte der Bistrobetrieb und durch zufällige Anfragen kamen schließlich die ersten Aufträge für das Schulcatering hinzu.

Eine Frau mit Kopftuch und Brille erklärt gestikulierend etwas im Gespräch mit einer Person.

Am neuen Standort nutzt Karola jetzt zusammen mit ihrer Küchenleiterin die Chance, sämtliche Abläufe zu optimieren – für mehr Effizienz und vor allem mehr Freude an der Arbeit. „Ihre Frauen“, wie sie ihr Küchenteam liebevoll nennt, liegen ihr spürbar am Herzen. Aus Rücksicht auf deren Familien hat sie auch das Catering am Wochenende für Familien- und Firmenfeiern auf ein Minimum heruntergeschraubt. Und außerdem mache das Kochen für Kinder ohnehin am meisten Spaß, findet sie.

Der Limberg: Von „Zombiehausen“ zur Heimat

Morgens schmeißt Karola erst einmal alle Maschinen an und lässt den Kaffee durchlaufen. Obwohl sie am Dümmer wohnt, ist sie meist die Erste im Betrieb und fährt gern zum Limberg. Das war allerdings nicht immer so, erzählt sie. Bereits seit 2012 kennt sie das Gebiet in der Dodesheide gut. Denn zu diesem Zeitpunkt gab sie ihren Gemüseladen in der Wüste auf und zog mit dem Cateringbetrieb in die ehemalige Kasernenküche der britischen Streitkräfte am Limberg. 

Der heutige Smart Business Park erwies sich schon damals im Vergleich zum dicht bebauten Wohnquartier in der Wüste als infrastruktureller Volltreffer und machte die tägliche Belieferung von Kitas und Schulen um ein Vielfaches einfacher. Die Umgebung selbst hingegen überzeugte Karola anfangs nicht. „Ich habe zu meinem Sohn gesagt, nach ‚Zombiehausen‘ will ich nicht“, erzählt sie lachend über das damals noch recht unerschlossene Areal. Mittlerweile hat sich das komplett geändert. „Jetzt ist es mein Land. Ich habe so viel entdeckt und es ist so schön hier“, sagt Karola. 

Eine Frau mit Brille und Kopftuch gestikuliert bei einem Gespräch an einem Tisch mit Getränken.

Erste Bauherrin im Smart Business Park

Mit Mitte 60 wagte Karola schließlich den nächsten großen Schritt: den Kauf des eigenen Grundstücks und einen Neubau – selbst geplant, gemeinsam mit einem Architekten. „Ich liebe Herausforderungen einfach“, sagt sie. Mit diesem Projekt war sie 2025 die erste Bauherrin auf dem etwa 25 Quadratmeter großen Areal am Limberg, das sich in den kommenden Jahren zu modernen, digital vernetzten Gewerbeflächen mit hoher Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Infrastruktur verwandeln soll.

Die Bohrmaschine ist mittlerweile verstummt. Und auch in der Küche wird es ruhiger. Am frühen Nachmittag geht das Team langsam in den Feierabend. Karola schaut aus dem Fenster. Dort möchte sie dicke Holzbänke aufstellen und WLAN anbieten. Für alle, die demnächst im Smart Business Park arbeiten, will sie hier auch einen schönen Ort schaffen zum Pause machen und arbeiten. Der Aufenthaltsraum soll dann neben einem Platz fürs Team auch ein Verkaufsort für Speisen und Getränke sein. Und wer weiß, sagt Karola: „Vielleicht kaufe ich in fünf Jahren auch noch ein Grundstück dazu.“

„Ich bin mit Osnabrück verbunden. Am Limberg fühle ich mich zu Hause.“

Karola Naubereit

3 aus 49

Karola Naubereit hat aus 49 Fragen rund um Osnabrück 3 Stück gezogen. Das sind ihre Antworten:

Eine offene weiße Kartonkiste mit vielen gefalteten Papierlosen steht auf einem Tisch.

Wie würde ein Kraut&Rüben-Maskottchen aussehen? „Ein umarmender Koch, eine umarmende Köchin als Kuscheltier. Denn Kochen hat etwas Umarmendes.“

Innovation oder Tradition? „Von beidem etwas. Es gibt so schöne Traditionen, aber Fortschritt ist wichtig.“

Wie zeigst neuen Kollegen Osnabrück? „Ich würde definitiv in die Altstadt gehen. Ich würde defintiv zu Lorenzo in die Trattoria essen gehen. Und zum Schluss noch irgendwo einen Prosecco trinken gehen.“