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Ein Tag mit Typisch Osnabrück

Regional. Persönlich. Original.

Zahlreiche Menschen gehen bei Sonnenschein über eine alte Kopfsteinpflasterstraße mit schattigen Bäumen und historischen Fachwerkhäusern.

Osnabrück und seine Menschen

Man kann sich eine Stadt anhand von Sehenswürdigkeiten erschließen oder anhand der Menschen, die sie ausmachen. In Osnabrück lohnt sich Letzteres. Hier lernt man die Stadt über ihre Röster, Bäckerinnen, Ladenbesitzer und Winzer kennen: in der Redlingerstraße, im Lotter Viertel, von der Altstadt bis zum Hafen. Überall dort, wo aus kleinen Läden und Werkstätten echtes Handwerk entsteht und man den Machern noch persönlich über die Schulter schauen kann.

Wer überlegt, für einen neuen Job nach Osnabrück zu ziehen, bekommt hier einen ersten Eindruck davon, wie sich ein ganz normaler Tag in dieser Stadt anfühlt: bei der ersten Tasse Kaffee in der Redlingerstraße, in den Backstuben der Altstadt, auf den Genusshöfen an der Hannoverschen Straße und abends im Lotter Viertel. Ein Tag, der zeigt, was „typisch Osnabrück“ eigentlich bedeutet: regional, persönlich, original.

Morgens: Kaffee und die ersten Entdeckungen

Der Tag beginnt in der Redlingerstraße 1, im Barösta Kaffeehaus von Nicole Knese und Ylli Qirezi. Seit 2012 wird hier serviert, was ein paar Häuser weiter – Redlinger Straße 5 – in der hauseigenen Barösta Kaffeeröstereientsteht: Rohkaffees, die größtenteils von Kleinbauern mit oft nur einem Hektar Land stammen, geröstet seit 2014 von Hand in einem Probatröster bei niedrigen Temperaturen. Dazu gibt es hausgebackenen Kuchen, Focaccia und Paninis. Wer mag, nimmt die hauseigene Redlinger Mischung mit nach Hause und lässt sie direkt vor Ort passend zur eigenen Kaffeemaschine mahlen, ob für Filter oder Espresso.

Wer es lieber traditionell mag, geht in die Altstadt zu Tante Sophies Backstube in der Krahnstraße 4, direkt am Rathaus und am historischen Marktplatz. Seit 1903 wird hier gebacken, heute unter Yvonne Kühne und Winfried Hanekamp, die die Bäckerei 2019 von Familie Läer übernommen haben. Demeter-Mehl aus dem Osnabrücker Land, Urmeersalz aus Bad Essen, lange Teigführung: Brote, Brötchen, Macarons und Petit Fours entstehen hier in Bio-Qualität.

Im Stadtteil Wüste lohnt sich der Weg zur Bäckerei & Konditorei Bröcker, seit 1904 in der Familie und seit 1935 fester Bestandteil des Viertels. Michael Bröcker führt den Betrieb heute in vierter Generation und ist bekannt für die Osnabrücker Springbrötchen sowie die Steckenpferdreiter-Konditorpralinen.

Vormittags: Bummeln durch die Redlingerstraße und die Altstadt

Abseits der Großen Straße lädt die Redlingerstraße zum echten Bummeln ein – mit inhabergeführten Läden, die man so nur hier findet. Bei die möllering (Redlinger Straße 2), geführt von Stephanie Möllering, gibt es fair produzierten Schmuck, Postkarten kleiner Verlage und Wohnaccessoires – wer möchte, lässt sich hier auch gleich ein Ohrloch stechen. Gleich nebenan liegt dasökolädchen, das neben einer eigenen Naturkosmetik-Marke aus der Region Öko-Produkte für Wohnen, Pflege und Kinder führt.

Von hier aus lohnt sich ein Abstecher in die Altstadt. Zwischen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und gemütlichen Plätzen lässt es sich entspannt weiterschlendern. In der Heger Straße lohnt sich ein Stopp bei Young Diversity: Das Osnabrücker Modelabel steht für faire, nachhaltige Mode und lebt Vielfalt nicht nur im Namen, sondern auch im Alltag.

Mittags: Genusshöfe und italienische Küche

Nach dem Altstadtbummel bietet sich eine Pause im Stadtgalerie Café der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) an. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand und schaffen mitten in der Altstadt einen Ort der Begegnung. Neben hausgemachtem Kuchen und saisonalen Gerichten lohnt sich auch ein Blick in den angeschlossenen Laden mit Produkten aus den HHO-Werkstätten. 

Ein Paar geht lächelnd durch eine Fußgängerzone, während die Frau ein winkendes Kleinkind auf dem Arm trägt und der Mann Taschen und Kaffee hält.

Wer die Redlingerstraße bis zum Ende durchbummelt, landet fast automatisch bei Ragazzi Pizza Napoletana: authentische italienische Küche mit offener Küche, in der man der Zubereitung direkt zusehen kann.

Nur wenige Minuten entfernt lohnt sich mittags der Weg zu den Genusshöfen Osnabrück an der Hannoverschen Straße 11–17, auf dem Gelände der ehemaligen Metallgießerei Schmidt. Bis 16 Uhr gibt es hier warme Küche. Auf dem Gelände haben sich junge Osnabrücker Manufakturen versammelt: die Dinkel-Backstube der Genusshöfe, ein Espressostudio mit eigener Kaffeerösterei, der Gin „049“ angelehnt an die Postleitzahl Osnabrücks von SPIRIT O49 und die Schokolade von „Die drei Schokojungs“.

Nachmittags: Lotter Viertel und Hafen

Über das Heger Tor erreicht man die Lotter Straße mit ihren mehr als 60 Geschäften und das angrenzende Katharinenviertel – eine Mischung aus Nahversorgung, Handwerk und individuellen Läden ganz nach dem Motto „Einkaufen – Verweilen – Genießen“.

Echten Kaffeegenuss gibt es auch hier: In der caffewerkstatt an der Lotter Straße 121 wird seit 2012 serviert, was in der hauseigenen Röstmanufaktur entsteht, fair gehandelter Rohkaffee, den Röstmeister Marko Eschelbach mit individuellen Röstprofilen veredelt. Wer mag, schaut im angeschlossenen Showroom bei Siebträgern und Mühlen vorbei oder bringt die eigene Maschine gleich zur Wartung in die Werkstatt nebenan.

Mehrere Personen begrüßen sich herzlich vor dem Eingang eines Ladengeschäfts während eines Straßenfestes in der Altstadt.

Mittendrin im Lotter Viertel sitzt Studio Fritzko von Franzi: tagsüber ein Designstudio für Branding und Corporate Design, daneben betreibt Franzi einen Risographen im 80er-Jahre-Look – einen japanischen Spezialdrucker, der in kräftigen, halbtransparenten Sonderfarben druckt und jedes Ergebnis zu einem kleinen Unikat macht. Freitags von 13 bis 17 Uhr öffnet der Shop mit limitierten Riso-Prints und Kleinauflagen, entstanden in Kooperation mit anderen Kreativen aus der Nachbarschaft.

Direkte Ladennachbarin ist Caro vom Hundeklunker: Seit 2008 fertigt Hundeklunker Zubehör rund um den Hund, für die Vierbeiner selbst und ihre Halterinnen und Halter und verkauft es im Laden an der Lotter Straße sowie im eigenen Onlineshop. 

Eine Frau und ein großer brauner Hund stehen im Eingang eines Hundeladens, davor sitzt eine schwarze Hundefigur neben einem Napf.

Wer dem grünen Haseuferweg folgt, landet mitten im Hafen, zwischen Natur, Industrie und kreativen Unternehmen. Hier haben Julia Determann und Frederik Glissmann mit FEINSIEBEN ihre Siebdruckmanufaktur angesiedelt. Neben nachhaltiger Corporate Fashion entstehen dort auch die eigenen Marken OSNAmerch und KIDS FRITZ. Im Creator Studio können Besucherinnen und Besucher eigene Designs auswählen und individuelle Textilien gestalten.

Abend: Auf dem Marktplatz und mitten in Osnabrück 

Eine historische Altstadt mit Cafés und Tischen im warmen Abendlicht der tiefstehenden Sonne, die strahlende Lichtstrahlen wirft.

Den Abend lässt man am besten auf dem historischen Marktplatz ausklingen, mit Blick auf das bunte Treiben rund um Rathaus und den bunten Giebelhäusern. Wer Lust auf italienische Küche hat, findet in der Trattoria am Rathaus – Grani Alimentari frische, hausgemachte Pasta, Pizza und viele Bio-, vegetarische sowie vegane Gerichte, mit Blick auf das historische Rathaus. Regionalität und nachhaltige Zutaten spielen hier eine wichtige Rolle.

Wer einen besonderen Abend plant, kann auch etwas weiter hinausfahren: Am Fuß des Teutoburger Waldes bei Bad Iburg liegt der Weinhof Brinkmann. Seit 2018 wird hier auf der einzigen anerkannten Steillage Niedersachsens Wein angebaut, auf 1,5 Hektar mit über 5.000 Reben. Familie Brinkmann bietet Weinbergführungen mit Verkostung direkt im Weinberg an, von freien Führungen bis zum Wine & Dine, und verkauft ihre Weine über die eigene Hofvinothek.

Reihen von Weinreben verlaufen an einem sanften Hang, umgeben von herbstlichen Bäumen und einer hügeligen Landschaft im weichen Licht.