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Voller Einsatz für den Motorsport

Ignition Racing Team

07.04.2026

Der Bau eines Rennwagens ist eine Mammutaufgabe, der sich das Osnabrücker Ignition Racing Team electric (IRTe) jedes Jahr aufs Neue stellt. Bereits seit 2006 gibt es den an der Hochschule Osnabrück angesiedelten Verein mit derzeit 50 Aktiven. Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des 20jährigen Jubiläums.

Ein Rennfahrer mit weißem Helm fährt mit einem schwarzen Formel-Rennwagen dynamisch über eine Teststrecke.
Felix Lodholz (©FSG)

„Red Diamond“, so lautete die Bezeichnung für den ersten Rennwagen, den das Osnabrücker Ignition Racing Team vor knapp zwei Jahrzehnten auf die Piste brachte. Eine studentische Teamleistung, von der die wenigsten der damals Aktiven geahnt haben dürften, welche Kontinuität daraus hervorgehen sollte. 

50 ehrenamtlich Aktive umfasst der Verein aktuell. Einige von ihnen sind extra wegen des Rennwagenbaus zum Studium nach Osnabrück gekommen“, weiß Frauke Hettlich, derzeitige Leiterin des Ignition Racing Teams. Ende 2024 stieß die BWL-Studentin mit dem Studienschwerpunkt Eventmanagement zum Verein, bei dem sie mittlerweile viel Verantwortung trägt. 

Ein Aushängeschild für die Osnabrücker Hochschule

Mindestens 25 Wochenstunden investiert Hettlich in die Vereinsarbeit und das ebenfalls ehrenamtlich. In den großen Räumlichkeiten des Teams auf dem Gelände der Osnabrücker Hochschule haben sie und ihre Kollegen alle Hände voll zu tun. Jeder könne aber selbst entscheiden, wie viel Zeit er investiere, betont Hettlich. Die Motivation sei insgesamt enorm groß. Seit seiner Gründung sei das Ignition Racing Team ein wichtiges Aushängeschild für die Osnabrücker Hochschule.

Drei lächelnde junge Menschen arbeiten in einer Werkstatt gemeinsam an einer Verkleidung für einen Rennwagen.

Umfassende Prüfungen

Ein wichtiger Höhepunkt im Jahreskalender des Osnabrücker Vereins ist die Teilnahme an der Formula Student Germany (FSG), einem jährlich stattfindenden, internationalen Konstruktionswettbewerb. Der neue, selbstkonstruierte Rennwagen wird dabei umfassenden Prüfungen unterzogen und muss seine Fahrdynamik unter Beweis stellen. In diesem Jahr ist eine Teilnahme allerdings noch nicht sicher. Das Team stehe auf der Warteliste, erklärt Hettlich.

Prägende Gemeinschaftserlebnisse

Zahlreiche Studentengruppen aus dem In- und Ausland geben sich bei der Formula Student Germany (FSG) ein Stelldichein. Ein Gemeinschaftserlebnis, wie es für die Aktivitäten des Ignition Racing Team electric (IRTe) insgesamt prägend ist. Der über viele Monate währende Bau des Rennwagens schweißt zusammen und erfordert eine enge Absprache und Koordination unter den Beteiligten. 

Herzblut und Leidenschaft

Einer von ihnen ist Vincent Gerlein. Der Maschinenbaustudent ist bereits seit zweieinhalb Jahren im Verein aktiv. „In unserer Arbeit steckt ganz viel Herzblut und Leidenschaft und es macht sehr viel Spaß“, sagt er. Das Zusammenspiel in dem großen Team habe etwas familiäres, enge Freundschaften entstünden. „Das ist schon alles sehr prägend hier“, bilanziert der 24jährige. Dass sieht Frauke Hettlich genauso. Unter den Aktiven sei zudem das 20jährige Jubiläum ein großes Thema, zeige es doch, welche Beständigkeit die Vereinsarbeit habe, von einer Durststrecke in der Corona-Zeit abgesehen. 

Ressorts übernehmen unterschiedliche Aufgaben

Die positive Team-Atmosphäre sorge auch für gute Arbeitsergebnisse der verschiedenen Sub-Teams. Diese kümmern sich jeweils um bestimmte Aufgabengebiete und sind in Ressorts unterteilt, darunter Aerodynamik, Fahrwerkbau, Antrieb, Elektro oder Chassi, was das tragende Grundgerüst des Rennwagens meint. Deutlich gewachsen sei auch das Management-Ressort, so Hettlich. Letzteres sei unter anderem gefordert, wenn beim Wettbewerb am Hockenheim-Ring die Business-Plan-Präsentation anstehe. 

Positive Zukunftseffekte

Zwischen den Ressorts gebe es viel Abstimmungsbedarf, wofür die einmal wöchentlich stattfindende Teamleiterrunde wichtig sei, gefolgt von einem übergreifenden Teammeeting. Die Erfahrung zeige, dass sich das Engagement im Ignition Racing Team auch positiv auf die berufliche Entwicklung der Aktiven auswirke. „Viele Firmen wissen diese hier gesammelte praktische Erfahrung sehr zu schätzen und das macht bei Bewerbungen durchaus einen Unterschied“, weiß Hettlich. Erfreulich sei zudem, dass der Anteil weiblicher Ehrenamtlicher in den vergangenen Jahren stark gestiegen sei. 

Dank an Sponsoren

Besonders dankbar zeigen sich die Aktiven für das große Engagement der beteiligten Sponsoren, die, neben der Hochschule, einen wichtigen Teil zur Finanzierung des Rennwagenbaus beitragen. „Diese Unterstützung ist für uns von allergrößter Bedeutung“, so Hettlich. Neue Sponsoren seien jederzeit herzlich willkommen. 

Aufstieg in der Weltrangliste

Die positive Teamentwicklung mache sich auch in den Erfolgen bei Wettbewerben bemerkbar. Die Konsequenz: „Im Vergleich zu 2024 sind wir im vergangenen Jahr in der Weltrangliste nochmal deutlich aufgestiegen“, erklärt Hettlich. Dieser Kurs soll nicht nur beibehalten, sondern weiter ausgebaut werden, etwa dadurch, dass für die anstehenden Wettbewerbe in diesem Jahr der Rennwagen noch etwas leichter gebaut wird. Neben der angestrebten Teilnahme beim Formula Student-Event auf dem Hockenheim Ring steht im August die Formula Student Frankreich auf dem Programm. Eine Woche sind Mitglieder des Ignition Racing Teams dann vor Ort. 

Zwei junge Menschen stehen lächelnd neben einem Regal voller Pokale und zeigen stolz auf eine Trophäe.

Alumnis aus ganz Deutschland

Bereits am 30. Mai findet der alljährliche „Rollout“ statt, bei dem der neue Rennwagen, der „IR 26“, im Beisein von zahlreichen Gästen erstmals öffentlich präsentiert wird. Gleichzeitig soll auch das 20jährige Jubiläum des Ignition Racing Teams gebührend gefeiert werden. Neben den Teammitgliedern, Freunden, Familienangehörigen und Verwandten haben sich dazu auch viele Alumnis aus ganz Deutschland angekündigt. „Es wird eine wirklich große Feier werden, bei der unser Teamgeist und die vielen gemeinsamen Erlebnisse im Vordergrund stehen“, freut sich Frauke Hettlich.