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Globaler Wegbereiter und Imageträger: das Programm Mentoring.INTERKULT

Hochschul-Student Noman Qamar und sein Mentor Yunus Güngördü (NBank)

30.03.2026

Pathways to success – How universities are boosting career opportunities for underrepresented students. Übersetzt: Wege zum Erfolg – ​​Wie Universitäten die Karrierechancen für unterrepräsentierte Studierende verbessern. So heißt eine Publikation, die das UNESCO International Institute for Higher Education Ende 2025 herausgegeben hat. Weltweit (!) 15 Projekte listet der Bericht auf. Eines davon hat die Hochschule Osnabrück auf die Beine gestellt: Mentoring.INTERKULT. Und damit zum Beispiel Noman Qamar aus Pakistan, der an der Hochschule International Business Management studiert, und Yunus Güngördü, Förderberater bei der NBank (Investitions- und Förderbank Niedersachsens), zusammengeführt.

Zwei Männer mit verschränkten Armen lehnen lächelnd an einer weißen Säule im Flur eines modernen Büros.
Noman Qamar (links) und Yunus Güngördü.

Seit 2020 gibt es das Programm an der Hochschule Osnabrück. Es richtet sich an internationale Studierende und Studierende mit Migrationsgeschichte. Innerhalb der Programmlaufzeit von neun Monaten erhalten sie unter anderem die Gelegenheit, sich mit Mentorinnen und Mentoren aus regionalen und überregionalen Unternehmen auszutauschen und erste Netzwerke im deutschen Arbeitsmarkt zu knüpfen.

„Chancengerechtigkeit ist eines der erklärten Ziele der Hochschule Osnabrück“, erklärte die Programmverantwortliche Patricia Gozalbez Cantó in einer Mitteilung der Hochschule. Mentoring.INTERKULT sei ein Vorreiter der Hochschule bei der Unterstützung internationaler Studierender und Studierender mit Migrationsgeschichte. Die Zahlen unterstreichen das: Ende 2025 haben am Programm bereits 82 Studierende aus 41 Herkunftsländern sowie 45 Unternehmen mit 52 Mentorinnen und Mentoren teilgenommen.

Von Karatschi nach Osnabrück

Nun ist auch Noman Qamar aus Pakistan dabei. Er stammt aus Karatschi, mit etwa 15 Millionen Menschen eine der größten Städte der Welt. Seit Oktober 2024 studiert Qamar in Osnabrück. Es ist nicht seine erste Zeit in Deutschland. Als Schüler besuchte er bereits ein Gymnasium in Frankfurt. „Dort habe ich ein bisschen Deutsch gelernt“, sagt der heute 28-Jährige – ziemlich bescheiden. Denn ein Interview auf Deutsch ist problemlos möglich.

In Pakistan hat sich Noman Qamar online über mögliche Studienorte in Deutschland informiert. Und auch wenn es nach seiner Einschätzung online mehr Informationen zum Studienort geben könnte, fiel seine Wahl auf Osnabrück.  Womit er merklich zufrieden ist. „Ich würde sagen, es ist eine der besten Hochschulen“, sagt Qamar. Er habe einige Freunde, die in Deutschland an verschiedenen Hochschulen und Universitäten studieren. Ihm falle auf, dass es an der Hochschule Osnabrück sehr gut strukturierte Abläufe gebe. Bei Fragen zu Themen mit Behörden helfe das International Office der Hochschule, bei Fragen zu den Kursen gäbe es die Tutorinnen und Tutoren.  

Dass Qamar die gute Struktur betont, passt augenscheinlich zu ihm. Denn Mentor Yunus Güngördü von der NBank berichtet, dass sein pakistanischer Mentee selbst sehr planvoll handelt. „Noman ist extrem strukturiert und motiviert“, schildert Güngördü. Er sei zu einem Treffen etwa mit einer riesigen Excel-Liste gekommen, auf der mögliche Unternehmen aufgelistet waren, die für ihn als Arbeitgeber interessant sein könnten, eingeteilt nach verschiedenen Kriterien.

Die regionale Wirtschaft lernt von den internationalen Studierenden

Güngördü berät dann darin, wie Bewerbungsverfahren in Deutschland ablaufen, welche formalen Kriterien es zum Beispiel gibt und welche Fragen in Bewerbungsverfahren gestellt werden könnten. Zugleich kommt er durch das Programm der Hochschule in Kontakt mit talentierten jungen Menschen aus aller Welt, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen. 

„Seit 2020 bin ich dabei“, berichtet Güngördü, dessen Büro direkt am Nikolaiort im Zentrum Osnabrücks liegt. Studierende aus Rumänien, Ghana und Indonesien hat er bereits beraten. „Und ich lerne selbst viel von ihnen. Ich frage Noman auch eine ganze Menge darüber, wie das Leben in Pakistan ist.“

So wirkt das Programm in alle Richtungen und stärkt auch die beteiligte regionale Wirtschaft darin, interkulturelle Kompetenzen auszubauen. Zugleich trägt die Hochschule ihren Teil dazu bei, Osnabrück auch für internationale Fachkräfte interessanter zu machen. „Ich fühle mich schon nach anderthalb Jahren zuhause“, sagt Noman Qamar. Und hat noch einen Wunsch: dass die Busse häufiger fahren. Denn dass sie abends am Caprivi-Campus nur halbstündlich unterwegs sind, wundert den jungen Mann aus Karatschi noch immer.